Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)
in Sachsen-Anhalt

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Bericht:
Genozid-Gedenken
Am Sonntag, dem 12. Juli 2015, fand um 15.00 Uhr in der Marktkirche in Halle (Saale) ein ökumenischer Gottesdienst der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit der Armenisch-Apostolischen Gemeinde Sachsen-Anhalt zum Gedenken an den Genozid an Armeniern, Aramäern, Assyrern und Pontos-Griechen im Jahr 1915 statt.
In der gut gefüllten Marktkirche erinnerte der Vorsitzende der ACK Sachsen-Anhalt, Pfarrer Jürgen Dittrich, an die Ermordung und Deportation von 1,5 Millionen Armeniern durch das Osmanische Reich. Zugleich sei aber auch die Mitschuld des Deutschen Reiches nicht zu verschweigen, das aufgrund falsch verstandener Treue zu seinem Verbündeten im 1. Weltkrieg den Völkermord stillschweigend billigend hingenommen habe, ohne Protest einzulegen. „Umso mehr stehen wir zu der Verantwortung, das Gedenken an den Völkermord am armenischen Volk wachzuhalten und für dessen Anerkennung auch öffentlich einzutreten, denn wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit“, betonte Dittrich in Aufnahme eines Wortes aus dem 1. Korintherbrief der Bibel.
Nach dem Beginn in der Marktkirche fand der Gottesdienst seine Fortsetzung in einem Pilgerweg zum Kreuzstein vor dem Landgericht, wo die Teilnehmer Blumen zum Gedenken niederlegten. Zahlreiche Kirchen des Landes und Vertreter des öffentlichen Lebens waren vertreten, wie unter anderen die Beigeordnete für Kultur und Sport, Dr. Judith Marquardt, in Vertretung des Oberbürgermeisters und armenische Stimmen, die die heutige Situation in der Türkei und Syrien zur Sprache brachten.
Hintergrund: Im April 2015 jährt sich zum 100. Mal der Völkermord an den Armeniern. Zwischen 1915 und 1922 wurden durch das Osmanische Reich rund 1,5 Millionen Armenier ermordet und viele Tausende aus ihrer Heimat in der heutigen Türkei vertrieben. Selbst nach nahezu einem Jahrhundert habe dieses schreckliche Geschehen nicht nur erhebliche Auswirkungen auf das armenische Volk, sondern auch auf die internationale Gemeinschaft. Zusammen mit der Bevölkerung waren auch die armenische Kirche und ihre Kultur in den Jahren 1894 – 1923 von den Vernichtungen zutiefst betroffen. So wurden über 2.000 Kirchen, Klöster, Friedhöfe sowie Schulen und Wohlfahrtseinrichtungen der armenisch-apostolischen Kirche, aber auch der armenisch-katholischen Kirche und der armenisch-evangelischen Kirchen enteignet, beraubt und zerstört. Auch wenn es kaum noch Überlebende gibt, bleibt die Frage der Anerkennung von Leid und Unrecht weiterhin aktuell. „Gemeinsam stehen wir zu der Verantwortung, das Gedenken an den Völkermord am armenischen Volk wachzuhalten und für dessen Anerkennung auch öffentlich einzutreten“, stellt Bischof Karl-Heinz Wiesemann, Vorsitzender der ACK in Deutschland, fest.
Die Armenisch-apostolische Gemeinde Sachsen-Anhalt ist eine Mitgliedskirche der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Sachsen-Anhalt.
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Links neben dem Kreuzstein (v.r.n.l.) Pfarrer Jürgen Dittrich, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Sachsen-Anhalt, Propst Dr. Johann Schneider, Regionalbischof des Sprengels Halle-Wittenberg, Dr. Judith Marquardt, Beigeordnete der Stadt Halle für Kultur und Sport.
Rechts neben dem Kreuzstein (v.l.n.r.) Pfarrer Gnel Gabrielyan, Armenische Gemeinde in Sachsen-Anhalt, Pfarrer Magnus Koschig, katholische Pfarrei Heilig Kreuz in Halle, Pastor Stefan Gerisch, Evangelisch-methodistische Gemeinde Halle.


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