Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)
in Sachsen-Anhalt

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Aktuelle Mitteilungen / Veranstaltungen


30 Jahre alt-katholischer Delegierter bei der ACK Sachsen-Anhalt - Wilfried Büchse

Die ACK Sachsen-Anhalt kann am Anfang des 2020 zusammen mit dem alt-katholischen Delegierten Wilfried Büchse auf ein besonderes Jubiläum blicken. Vorstand und Delegierte der ACK Sachsen-Anhalt gratulieren Pfarrkurat Wilfried Büchse sehr herzlich zu seiner 30-jährigen Vertretung der alt-katholischen Kirche und danken für sein nachhaltiges ökumenisches Engagement für die multilaterale Ökumene in unserem Bundesland.

Im Januar 1990 wurde der damalige Diakon Wilfried Büchse von seinem Pfarrer Manfred Gersch gebeten, die Alt-Katholische Kirche als Delegierter bei der ACK (damals noch AGCK) von Sachsen-Anhalt zu vertreten. Die erste Zusammenkunft der AGCK, an der Wilfried Büchse teilnahm, war am Mittwoch, dem 21.02.1990, in Magdeburg bei Bruder Fischer, Karl-Marx-Str. 11a. Seit dem Jahre 2004 ist Wilfried Büchse Schatzmeister der ACK Sachsen-Anhalt. Im Jahre 2006 hat er die Internetseiten derselben erstellt. Er betreut und aktualisiert sie seitdem laufend. Trotz seines inzwischen fortgeschrittenen Alters ist er bemüht, seine Mitarbeit bei der ACK fortzusetzen, solange ihm das gesundheitlich möglich ist.

Vor 30 Jahren, also im Jahre 1990, gab es in der DDR faktisch nur noch ein alt-katholisches Pfarramt, das seit einigen Jahren am Wohnort des einzigen Pfarrers, Manfred Gersch, in Döbeln seinen Sitz hatte. Von dort betreute Pfarrer Gersch die Alt-Katholiken der gesamten DDR. Es war ein Gebiet von ca. 117.000 km², das nahezu der Hälfte des Gebietes der alten Bundesrepublik entsprach. Eine intensive Seelsorge war unter diesen Umständen kaum möglich. Und dennoch hat Pfarrer Gersch fast Unmögliches vollbracht. Wenn man die zahlreichen Orte, an denen er regelmäßig Gottesdienste gefeiert hatte, berücksichtigt, wird seine Leistung erst sichtbar und erfassbar. Laut dem Kirchenblatt "Auferstehung" vom Februar/März 1990 waren es: Berlin-Ost, Blankenburg, Dresden, Delitzsch, Döbeln, Erfurt, Gera, Gotha, Großschönau, Halle, Jena, Köthen, Leipzig, Meuselwitz, Mittweida, Neustadt/Orla, Schwerin, Seifhennersdorf, Waltershausen, Weißwasser und Werdau. Im Nachtrag zu dieser Liste hieß es dann noch: "Zu weiteren Gottesdiensten, Haus- und Gemeindekreisen wird gesondert eingeladen." Pfarrer Gersch legte in seiner Dienstzeit bei der Alt-Katholischen Kirche (1984 - 2009) nahezu 600.000 km mit dem Auto zurück.
Wilfried Büchse wurde am 4. Januar 1942 in Tetschen/Elbe im Sudetenland in einer römisch-katholischen Familie geboren. Als Kleinkind gehörte er zu den Hunderttausenden von Sudetendeutschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, und kam im Herbst 1945 mit seinen Eltern nach Köthen/Anhalt. Nach dem Abitur in Köthen studierte er von 1961 - 66 in Halle/Saale Physik. In seiner römisch-katholischen Gemeinde in Köthen war er sehr aktiv und wurde auf Vorschlag des Ortspfarrers 1971 durch den Magdeburger Bischof als "Diakonatshelfer" (ehrenamtlich) zur Feier von Wortgottesdiensten mit Kommunionausteilung beauftragt. In diesem Zusammenhang absolvierte er von 1973 - 77 ein theologisches Fernstudium. 1977 nahm er Kontakt mit der Alt-Katholischen Kirche auf und nahm seitdem regelmäßig an den Gottesdiensten der Gemeinde Köthen und an den Gemeindetagen in Leipzig teil. Im Jahre 1987 trat er zur alt-katholischen Kirche über. Im Herbst desselben Jahres wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden des Gemeindeverbands der Alt-Katholischen Kirche in der DDR gewählt.
1989 Erzbischof mit Diakon.jpg Erzbischof Glazemaker aus Utrecht übte ganz kurz vor der Wende immer noch die Jurisdiktion über die Alt-Katholische Kirche in der DDR aus, da der deutsche Bischof mit Sitz in Bonn von der DDR-Regierung abgelehnt war. Im Oktober 1989, kurz vor dem Zusammenbruch der DDR, besuchte der Erzbischof Gemeinden in der DDR und feierte Gottesdienste in Berlin, Halle/Saale und Großschönau. In Halle/Saale weihte er am 28. Oktober 1989 Wilfried Büchse aus Köthen zum Diakon (ehrenamtlich).
Bild links: Der Erzbischof mit dem neugeweihten Diakon

2020 Wilfried Büchse.jpg Als Diakon konnte Wilfried Büchse in Köthen Wortgottesdienste leiten. Da für die Alt-Katholiken aber die Eucharistiefeier der wesentliche Mittelpunkt der Gemeinde ist, musste der einzige alt-katholische Pfarrer in der DDR, Manfred Gersch, weiterhin regelmäßig zuerst aus Döbeln und nach der Wende aus dem vier Autostunden entfernten Großschönau, wohin er 1991 übersiedelte, nach Köthen und Halle kommen, um der Eucharistie vorzustehen. Zur Entlastung wurde Diakon Wilfried Büchse auf Betreiben von Pfarrer Gersch am 18. Februar 1995 von Bischof Dr. Sigisbert Kraft (Bonn) in Köthen zum Priester geweiht und mit der Seelsorge (ehrenamtlich) in den Gemeinden Halle und Köthen beauftragt.                 Bild rechts: Wilfried Büchse bei seinem Silbernen Priesterjubiläum


Absage Ökumenetag 2020

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

der für Samstag, den 14. März 2020 in Halle geplante Ökumenetag muss leider ersatzlos entfallen.

Das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara hat aufgrund der Ansteckungsgefahr alle Veranstaltungen und internen Fortbildungen und damit auch unseren Ökumenetag abgesagt.

Die Überlegungen, einen alternativen Tagungsort zu finden, sind jeweils an verschiedenen Hinderungsgründen gescheitert, so dass der ökumenischen Kommission für pastorale Fragen der der ACK Sachsen-Anhalt keine andere Wahl als der Absage des Ökumenetages bleibt. Dies ist umso schmerzlicher als nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Thema und den Referenten entfällt, sondern auch die Verleihung des Werner-Krusche-Hochschulpreises verschoben werden muss.

In der Hoffnung auf zukünftige ökumenische Begegnungen hoffen und bitten wir um Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Dittrich, Pfarrer i.R.
Vorsitzender



Nachruf

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Sachsen-Anhalt trauert um ihren langjährigen Geschäftsführer, geistlichen Rat Akademiedirektor i. R. Hans-Joachim Marchio, der am 30. November 2019 nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren in Halle verstarb.

Hans-Joachim Marchio war 8 Jahre Geschäftsführer der ACK Sachsen-Anhalt vom 27. Juni 2005 bis zum 4. Juli 2013. Der Vorstand hat seine Aufgaben in dieser Zeit in tief gegründetem gegenseitigem Vertrauen erfüllt und immer wieder wesentliche Impulse durch den Verstorbenen erfahren.

Wenn es der Sache des Evangeliums diente, kannte Hans-Joachim Marchio keine persönliche Schonung und stellte die eigene Arbeitsökonomie in die zweite Reihe. Er hat als Mensch die Arbeit für die Ökumene geprägt, weil er das lebte, was die Charta Oecumenica in ihrer 3. Leitlinie ausdrückt: „Im Geiste des Evangeliums müssen wir gemeinsam die Geschichte der christlichen Kirchen aufarbeiten, die durch viele gute Erfahrungen, aber auch durch Spaltungen, Verfeindungen und sogar durch kriegerische Auseinandersetzungen geprägt ist. Menschliche Schuld, Mangel an Liebe und häufiger Missbrauch von Glaube und Kirchen für politische Interessen haben die Glaubwürdigkeit des christlichen Zeugnisses schwer beschädigt. Ökumene beginnt deshalb für die Christinnen und Christen mit der Erneuerung der Herzen und der Bereitschaft zu Buße und Umkehr. In der ökumenischen Bewegung ist Versöhnung bereits gewachsen.“ (Charta Oecumenica. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland. 2013. Leitlinie 3). Diesen ökumenischen Geist in die kirchliche Praxis Sachsen-Anhalts umzusetzen, war wie auch sonst im bisherigen Wirken Hans-Joachim Marchios das Ziel seiner Arbeit als Geschäftsführer der ACK Sachsen-Anhalt. Der Vorstand der ACK Sachsen-Anhalt hat mit ihm in den Jahren 2005 – 2013 einen Geschäftsführer gehabt, der uns beharrlich drängen konnte, aber auch auf einen fundierten Austausch über die aktuellen Entwicklungen unserer Kirchen Wert legte, um reinen Aktionismus zu vermeiden. Seine Beharrlichkeit hat unseren Blick auf die jeweils andere Kirche verändert.

Die ACK Sachsen-Anhalt ist dankbar für den Dienst, den Akademiedirektor Hans-Joachim Marchio als Geschäftsführer geleistet hat. In Verbundenheit mit dem Bistum Magdeburg und seiner Familie gedenken wir seiner mit der Losung der Herrnhuter Brüdergemeine für den 30. November: Du wirst erfahren, dass ich der Herr bin, an dem nicht zuschanden werden, die auf mich harren.

Jürgen Dittrich, Pfarrer i. R.
Vorsitzender

Neudorf 2010-01-17 Der Vorstand der ACK Sachsen-Anhalt nach dem ökumenischen Rundfunkgottesdienst der ACK in Neudorf/ Landkreis Harz am 17. Januar 2010 (v.r.n.l.):
Akademiedirektor Hans-Joachim Marchio†, Geschäftsführer | Pastor Jürgen Stolze, stellvertretender Vorsitzender | Kreisoberpfarrer Jürgen Dittrich, Vorsitzender | Pfarrkurat Wilfried Büchse, Kassenwart


Bericht:
40 Jahre Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Sachsen-Anhalt
Gottesdienst

Am 2. März 2019 haben im Magdeburger Roncalli-Haus rund 80 Festgäste das 40-jährige Jubiläum der ACK Sachsen-Anhalt gefeiert.







Bereits der ökumenische Gottesdienst in der Kathedrale St. Sebastian machte deutlich, dass es an diesem Tag nicht darum ging, sich auf dem Erreichten auszuruhen, sondern den Blick auf die Aufgaben der Zukunft zu lenken.




Bänder beim Gottesdienst Gottesdienst







Der römisch-katholische Bischof von Magdeburg, Dr. Feige, bei der Predigt


Vorsitzender







In der festen Überzeugung, dass unsere Aufgabe darin besteht, sichtbare Schritte auf die uns von Christus geschenkte Einheit der Kirche zu tun, haben sich Kirchen und Gemeindeverbünde vor 40 Jahren in der Arbeits­gemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Sachsen-Anhalt zusammen­geschlossen. Seither entwickeln wir Perspektiven für den Dienst der Kirchen an den Menschen unseres Landes. Die ACK stellt dabei das bewährte Instrument der multilateralen Ökumene in unserem Bundesland dar.


Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger

Mit Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (hier im Bild), dem stellvertretenden Vorsitzenden der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, hatte ein ausgewiesener Ökumeniker die Aufgabe des Festvortrages übernommen. Unter dem Titel "Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen als impulsgebende Kraft der multilateralen Ökumene im Austausch der Gaben" hat er Freuden und Mühen des gemeinsamen Handelns der Kirchen anschaulich geschildert, aber vor allem die Chancen verdeutlicht, die sich für den Einzelnen und für die Kirchen beim Überwinden eines selbstgenügsamen Denkens und Handelns ergeben.

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In einem Podium haben Vertreter der 7 Kirchenfamilien der in der ACK Sachsen-Anhalt vertretenen 19 Kirchen und Gemeindebünde aus ihrer Sicht die beiden folgenden Fragen beantwortet:

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"Was ist mir an meiner Kirche besonders wichtig? - Welchen Schatz aus meiner Kirche bringe ich in die Ökumene mit?"

"Was habe ich von der ACK und der Zusammenarbeit mit anderen Kirchen für meine Kirche und für mich gelernt? Was hat sich dadurch verändert?"












Mit einem festlichen Mittagessen aller Teilnehmer fand der Jubiläumstag mit intensiven Gesprächen ein gelungenes Ende.

Mittagessen


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